JAS am 18.08.2018 in Steinach

Abbeyfield Blackwood Betty Boo, also Frau Blau und ich machten uns auf den Weg nach Steinach bei Straubing zur JugendAnlagenSichtung des DRC.
Da unsere Anfahrt knappe 500 Km einfache Strecke betragen nahmen wir das Angebot eines Zwischenstopps bei Petra, Bashir und Firan an.
Ich blickte der JAS etwas kritisch gegenüber, braucht man diese Sichtung, warum einen unbedarften, rohen Hund, es erschloss sich mir nicht so recht, noch dazu da ich wirklich massive Prüfungsängste seit frühester Kindheit habe und so ganz ohne Training einen Hund zu führen…. brachte mir nicht wirklich Sicherheit. Bleibt noch zu erwähnen, das Frau Blau eine hibbelige arbeitsfreudige Hündin ist und ich nicht sicher bin dass sie den ganzen Tag die Konzentration aufrechterhalten kann. Hierzu später mehr.
5 Gespanne haben gemeldet 4 Labrador, 1 Toller
Sonderleitung: Dorothea Böhmer (danke für die tolle Orga)
Reviergeber: Thomas Grundler (danke für das Revier – wo findet man noch Rübenäcker)
Richter: Sabine Bichlmaier, Adi, Dorothea Böhmer, Anwärter Bernd Jänich
Samstag früh 8.30 Uhr Treffpunkt im Suchenlokal, Abgabe der Papiere und Fahrt ins Gelände.

Mit ca. 20min. Verspätung, die einem Stau geschultet waren, traf ich ein. Schnell Austausch der Förmlichkeiten und dann ins Gelände. Ich reihte mich in den Convoi ein, als plötzlich jemand an meine Scheibe klopfte ich möge doch warten sie bringe noch Brötchen welche ich mitnehmen solle. Ok mit Proviant ausgestattet war der Convoi nicht mehr da…. ich versuchte noch den einen oder anderen ausfindig zu machen, vergebens. Kurzerhand rief ich Dorothea an die mir einen Abholservice schickte. Endlich im Revier angekommen waren wir sofort dran. Also Boo aus dem Auto Kanin aus dem Auto und los.

1. Markierung mit Federwild im Feld
Wir gingen zum Richterteam bekamen die Aufgabe erklärt und gingen in Position. In ca. 30m Entfernung steht der Helfer und wirft eine Ente ca. 10 m entfernt vor sich hin ins Rübenfeld ca kniehoch. Hund schicken.
Betty Boo rannte raus in Richtung Helfer überrannte ihn um ca. 1m um dann mit der Nase Wind zu nehmen und direkt die Ente zu picken und bringen.
Klasse gemacht. Nasenarbeit gezeigt. und das im Kaltstart. 😉
Jetzt erstmal Pinkelpause und ankommen .

2. Schussfestigkeit 2 Schrotschuss Ente (Blind) Kanin (kurz geschleppt)
Wiese mit höherem Bewuchs und diversen Schilffinseln
Es wurde vom Helfer eine Ente als Blind in den Bewuchs gelegt und am anderen Ende eine kurze Schleppe mit Kanin gezogen und abgelegt. Man lief mit dem Richter und der Hund sollte ins Buschieren bzw. Suchen geschickt werden oder sich lösen vom Hundeführer dabei fiel der erste Schuss, der Hund apportiert und er soll sich wieder vom Führer lösen dann fällt der 2te Schuss und das 2te Stück soll apportiert werden.
Boo zeigte hier Finderwillen, Arbeitsfreude, Schussfestigkeit, Nasenarbeit und Geländehärte. Ich war wirklich beeindruckt wie gut sie diese Aufgabe gemeistert hat, da wir noch nie so eine Situation trainiiert haben.

3. Schleppe mit Haarwild
Es wurde eine Kaninchenschleppe ca. 300m mit 2 stumpfen Winkeln gezogen und das Stück im dichten hohen Schiff abgelegt
Ohne ansetzten musste Boo eigenständig das Wundbett finden und auf die Schleppe gehen. Boo arbeitete hervorragend mit dem Wind man konnte sehen wie sie jede Boe des Windes annahm und so kam sie in windeseile mit dem Kanin im Fang zurück.
Arbeitswille, Geländehärte da sie das Schilff förmlich durchpflügte, Finderwille und Nasenarbeit waren richtig gut.

4. Chip- und Zahnkontrolle.
Zeigt her eure Zähne…mmmhhh ja das wusste ich, da kuschelt sie lieber mit Mama 😉 Beim TA oder Bekannten kein Problem, doch bei Fremden solange sie nicht merkt dass man ans Gebiss will – sie wird nicht aggressiv nein sie schmiegt sich an mich und will Rettung. Hier müssen wir üben. Als die 3 Richter sich über sie beugten und in den Fang schauen wollte klebte sie sich an mich da war sie unsicher. Einzig Bernd den mochte sie der konnte dann den einen oder anderen Kontrollblick machen.

5. FreiVerlorenSuche
Eine Ente und ein Kaninchen werden im Wald abgelegt.
Diese Aufgabe (nicht nur meine Meinung) war sehr sehr schwer.
Laut Richter lag das Wild im dichten hohen Brombeer und Illux Gestrüpp wie auch in hohen Brennesseln. Selbst Dorothea kam nach der Wildablage mit blutender Backe zurück. Auch der Abschnitt an dem die Hunde den Eingang selbständig suchen mussten glich einer grünen Wand quasi dichter Hecke mit allerlei Dornengestrüpp.
Boo nahm das Gelände herrausragend an und brachte sehr schnell beide Stücke zurück. Ich war sehr bewegt und musste eine oder auch 2 Freudentränen verdrücken, denn es war mir bewusst was meine kleine Zuckerpuppe da leistet. Arbeitswille, Geländehärte, Finderwille uvm.

6. Wasserarbeit Ente im Schilff mit Schuss
Es fällt ein Schuss und die Ente wird ins Schilff geworfen. Hund wird geschickt.
Mittlerweile war es 16.30 Uhr 35°C und ich fix und foxi als wir am See ankamen.
Eine überaus gutgelaunte Boo holte ich aus dem Auto. Als 3. Starterin zogen wir zum See und was soll ich euch schreiben. Betty Boo war konzentriert und focusiert hörte den Schuss wir bekamen die Freigabe und sie schwam übers Wasser auf die Schilffinsel pickte die Ente (man hörte es am knacken des Schilffes)und auf direktem Wege zurück zu mir.
Gelände angenommen, Finderwille, Arbeitswille, Nasenarbeit alles was das jagdl. Retrieverherz braucht 😉

Ein sehr langer spannender Tag ging zu Ende.
War ich anfangs skeptisch der JAS gegenüber möchte ich folgendes bemerken. Für mich mit einem untrainierten ungeübten Hund zu einer Veranstaltung zu fahren war eine riesige Herausforderung, da mir Sicherheit fehlt quasi nicht gängeln kann was wir mühselg einstudiert hätten/haben/können. Mit einem rohen, unbedarften Hund war so wertvoll ich habe meine Boo wirklich erlebt.
Für mein empfinden war die JAS schwieriger, denn die vorherige JP/R (abgesehen von der Ausgabe des Wildes in die Hand). Insbesondere die Aufgaben 5 und 6 und auch die Markierung im Rübenacker für einen jungen Hund nicht einfach. Nun weiß ich nicht zu 100% ob dies am Gelände liegt oder der Aufgabenstellung an sich.
Fazit: Meine Betty Boo hat mich viel gelehrt – und das ich sie falsch eingeschätzt habe – als unkonzentrierten Hibbel, muss ich revidieren. Sie zeigte sich zuverlässig, konzentriert immer freudig und gutgelaunt und ist eine passionierte Hündin die über den ganzen Tag konstante Arbeit zeigt.

Danke Petra für deine Unterstützung
Danke Eugen für die Fotos
Danke Dorothea das du eingesprungen bist und die Sonderleitung übernommen hast
Danke meinen Mitteilnehmern wir hatten eine tolle Stimmung
Danke den Richtern, insbesondere Sabine für eine wirklich tolle Sichtung

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